Gemeindehaushalt Ilmmünster und Finanzplanung der kommenden Jahre

Gemeinderat beschließt einstimmig:

Finanzen

In der Aprilsitzung des Gemeinderats wurden der Haushalt und die Finanzplanung der Gemeinde Ilmmünster einstimmig verabschiedet.

Der Gesamthaushalt der Gemeinde beträgt knapp 9,6 Millionen Euro (hiervon ca. 5,3 Mio. € Verwaltungshaushalt und ca. 4,3 Mio € Vermögenshaushalt).

Wie bereits in vorherigen Ausgaben der VG-Mitteilung mitgeteilt, nimmt die Gemeinde in diesem Jahr einen Kredit für den Ankauf von Bauerwartungsland im Rieder Feld auf (Höhe 1,74 Mio €, Verzinsung: 500.000 € auf fünf Jahre für 0,00% und die restlichen 1,24 Mio € auf zehn Jahre für 0,24% – jeweils endfällige Darlehen). Das Rieder Feld soll im kommenden Jahr erschlossen werden wofür noch einmal ein Kredit für die Erschließungskosten von ca. 3,1 Mio € aufgenommen werden. Nach abgeschlossener Erschließung werden die Grundstücke verkauft, wodurch sich die Kredite wieder refinanzieren. Dementsprechend ist die Gemeinde natürlich nicht mehr schuldenfrei; den Krediten steht allerdings enormer Grunderwerb gegenüber.

 

Zudem wurde durch den Gemeinderat Grunderwerb in der Dorfmitte von Ilmmünster (Freisinger Straße 6 – Fläche der ehemaligen Schreinerei samt Garten, hierzu siehe separater Bericht) beschlossen, der mit ca. 770.000 € zu Buche schlägt. Dieser Grunderwerb konnte über die Rücklage getätigt werden.

 

Neben dem Grunderwerb steht der Gemeindehaushalt dieses Jahr vor weiteren Herausforderungen. Die Gemeinde verzeichnete in 2019 durch einen Firmenverkauf im Gemeindegebiet Rekordeinnahmen im Bereich der Gewerbesteuer. Diese dient jedoch als Berechnungsgrundlage für die Umlagekraft der Gemeinde Ilmmünster in diesem Jahr. Das bedeutet, dass heuer die Kreisumlage stark ansteigt (+340.000 €) und gleichzeitig weniger Schlüsselzuweisungen durch den Freistaat (-357.000 €) zu erwarten sind. Im kommenden Jahr wird die deutlich geringere Gewerbesteuer von 2020 zur Bemessung herangezogen, wodurch sich die Werte der Kreisumlage und Schlüsselzuweisungen wieder normalisieren.

 

Noch in diesem, spätestens im folgenden Jahr sind zahlreiche Investitionen notwendig. Neben Straßensanierungen (Haushaltsansatz 148.000 €) und der Schulhaussanierung (ca. 91.000 €) sind auch Investitionen im Bereich der Wasserversorgung wie eine Brunnenuntersuchung und gegebenenfalls -sanierung (106.000 €) zu tätigen. Auch in den Folgejahren werden zahlreiche Investitionen notwendig sein, um eine intakte Infrastruktur aufrecht erhalten zu können.

 

Fazit des Gemeindehaushalts 2021: Der Haushalt und die Finanzplanung wurden konservativ und solide aufgestellt, es sind trotz rückläufiger Einnahmen überfällige Investitionen möglich und notwendig. Die durch den Grunderwerb bedingte Kreditaufnahme wird in den kommenden Jahren durch Verkauf von Bauland wieder refinanziert, im kommenden Jahr wird die Kreisumlage wieder sinken; mit höheren Schlüsselzuweisungen kann gerechnet werden. Nichtsdestotrotz muss jetzt wie auch in den kommenden Jahren weiterhin wirtschaftlich und sparsam mit den Gemeindefinanzen umgegangen werden, solange auf der Einnahmenseite keine Mehrung zu verzeichnen ist.

Der Haushalt kann selbstverständlich in der Gemeinde eingesehen werden.